Ratgeber

Es dient der Aufzeichnung von häuslichen Pflegeleistungen, die eine private Pflegeperson für einen Pflegebedürftigen erbringt.
Oftmals werden bestimmte Pflegeleistungen aus Scham oder Vergesslichkeit bei der MDK Überprüfung nicht angegeben, was sich im ungünstigsten Fall nachteilig auf den festgestellten Zeitaufwand gestellten und damit auf die Festsetzung der Pflegestufe auswirken kann.

Schlaganfall oder Verkehrsunfall, Patienten im Koma: In Situationen in denen ein selbstverantwortliches Handeln nicht mehr möglich ist und sinnvolle Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können. Es ist gut, wenn man vorher festgelegt hat, was in solch einem Fall zu tun ist!

Eine Patientenverfügung schafft Klarheit für Ärzte und Angehörige. In diesem Dokument wird festgelegt, in welcher Situation welche medizinischen Maßnahmen erwünscht sind.

Bevollmächtigt eine Person im Falle einer Notsituation alle oder bestimmte Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. Der Bevollmächtigte entscheidet an Stelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers! Die Vorsorgevollmacht sollte nicht leichtfertig erteilt werden und es sollte ein uneingeschränktes persönliches Vertrauen zum Bevollmächtigten bestehen.

Ist die Möglichkeit der persönlichen und selbstbestimmenden Vorsorge für den Fall, dass man selbst nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten zu erledigen. Ihr Vorteil ist, dass sie nur dann Wirkung entfaltet, wenn es tatsächliche erforderlich wird.

Wissenswertes

Pflegebedürftig sind Menschen dann, wenn sie gesundheitlich bedingt in ihrer Selbstständigkeit oder ihren Fähigkeiten beeinträchtigt sind und deshalb Hilfe von anderen brauchen.
Pflegebedürftige können körperlich, kognitiv oder psychisch eingeschränkt sein. Sie können gesundheitlich bedingte Belastungen nicht ausgleichen oder Anforderungen nicht selbstständig bewältigen.
Darüber hinaus muss die Pflegebedürf- tigkeit einen gewissen Schweregrad haben und dauerhaft sein – also mindestens für voraussichtlich sechs Monate bestehen. Brauchen Sie nur für kurze Zeit Hilfe,
gelten Sie nicht als pflegebedürftig.

Hier wird überprüft, ob man Handlungen allein, überwiegend allein, überwiegend mit Hilfe anderer oder nur mit Hilfe anderer ausführen kann.

Es wird geprüft, ob eine Fähigkeit vorhanden ist, größtenteils vorhanden ist, in geringem Maß vorhanden oder nicht vorhanden ist.

Wo sind Pflegebedürftige in ihrer Selbstständigkeit oder ihren Fähigkeiten eingeschränkt? Entscheidend sind folgende Bereiche:

• Mobilität – z.B. Treppensteigen, Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Halten einer stabilen Sitzposition

• Kognitive und kommunikative Fähig- keiten – z.B. Erkennen von Personen aus dem näheren Umfeld, örtliche oder zeitliche Orientierung, Erkennen von Risiken und Gefahren, Beteiligung an einem Gespräch

• Verhaltensweisen und psychische Problemlagen – z.B. Beschädigen von Gegenständen, nächtliche Unruhe, Wahnvorstellungen

• Selbstversorgung – z.B. Duschen und Baden einschließlich Haare waschen, An- und Auskleiden, Essen, Trinken

• Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapie- bedingten Anforderungen und Belastungen – z.B. Medikation, Verbandswechsel und Wundversorgung, Arztbesuche

• Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte – z.B. Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassungen an Veränderungen, sich beschäftigen, Ruhen und Schlafen

Ausschlaggebend für die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit ist das Ausmaß der Unselbstständigkeit und Beeinträchtigung der Fähigkeiten in Bezug auf die gesetzlich vorgegebenen Kriterien. Es kommt nicht auf die Schwere einer Erkrankung oder Behinderung an.

Pflegebedürftige bekommen je nach Schwere der Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten einen Pflegegrad. Dieser ist entscheidend für den Leistungsanspruch und die Leistungshöhe.
Es gibt folgende Pflegegrade:

Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigungen

Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigungen

Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigungen

Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigungen

Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Nachdem Ihr Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist, wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) um eine Begutachtung gebeten.
Dabei prüft der MDK grundsätzlich bei Ihnen zu Hause, ob Sie die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit erfüllen. Er stellt fest, ob und wie Sie in den oben beschriebenen Bereichen beeinträchtigt sind. Je nach Schwere der Beeinträchtigung vergibt der MDK entsprechende Punkte. Die Summe aus allen Punkten bestimmt, wie hoch Ihre Pflegebedürftigkeit ist.
Auf Basis des MDK-Gutachtens wird dann Ihr Pflegegrad festgelegt.
Damit Sie immer optimal versorgt werden, lassen sie regelmäßig prüfen, ob Ihr Pflegegrad noch Ihrer gesundheitlichen Situation entspricht.